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Prof. Dr. Peter Sloterdijk
Der 1947 geborene Peter Sloterdijk ist neben Jürgen Habermas der bekannteste lebende deutsche Philosoph. Sloterdijks zweibändige ‚Kritik der zynischen Vernunft’ (1983) zählt weltweit zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts.
Sloterdijk studiert in München und Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik und promoviert 1976. Nach Lehraufträgen in Frankfurt, Wien, Paris und Zürich lehrt er seit 2001 Philosophie und Medientheorie als Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in seiner Heimatstadt Karlsruhe. Seit 2002 moderiert Peter Sloterdijk im ZDF zusammen mit dem Schriftsteller Rüdiger Safranski sechsmal jährlich die Gesprächsrunde „Im Glashaus: Das Philosophische Quartett“. Des Weiteren ist er seit 2008 beisitzendes Mitglied im Frankfurter Zukunftsrat.
Als profunder Kenner klassischer Literatur bezeichnet er sich selbst als ‚philosophischen Schriftsteller’ und ist ein ausgesprochen produktiver Autor. Er beteiligt sich gern an aktuellen Debatten, auch wenn er wegen seines unkonventionellen Denkens mitunter befehdet wird. So löst er 1999 mit ‚Regeln für den Menschenpark’ eine hitzige Debatte über Gentechnik und Bioethik aus. In seinen Büchern verwendet er eine bildreiche Sprache. Durch sein monumentales ‚Sphären’-Werk (1998-2004) über die Grunddisposition des Menschen in der Moderne hat er sich als einer der wichtigsten (Vor)Denker der Republik etabliert.
In seinem Werk ‚Im Weltinnenraum des Kapitals’ (2005) wagt Sloterdijk eine Theorie der Globalisierung. Darin beschreibt er ein weltumspannendes, kapitalistisches System, das unsere Lebensverhältnisse dominiert – und das in seiner Grenzenlosigkeit unliebsame Folgen für uns Bewohner der (westlichen) Verwöhnzone mit sich bringt. Sloterdijk rät daher zu mehr Optimismus, Fantasie und Ortstreue.
Durch seine rege Vortragstätigkeit im In- und Ausland erhöht sich sein Bekanntheitsgrad in den letzten Jahren enorm. Mit seinem scharfsinnigen Geist und seiner außergewöhnlichen Rhetorik ist er ein gern gesehener Referent bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen. Seine Vorträge sind inspirierend, unterhaltsam und zugleich von intellektuellem Anspruch.
Für sein Schaffen wird er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa (2005), dem Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (2005), dem Lessing-Preis für Kritik (2008), dem Cicero Rednerpreis (2008), dem Leipziger Mendelssohn-Preis (2008) und dem BDA-Preis für Architekturkritik (2009).
Veröffentlichungen (Auszug)
• Luhmann Lektüren (2010)
• Philosophische Temperamente: Von Platon bis Foucault (2009)
• Du mußt dein Leben ändern: Über Anthropotechnik: Über Religion, Artistik und Anthropotechnik (2009)
• Gottes Eifer: Vom Kampf der drei Monotheismen (2007)
• Kritik der zynischen Vernunft (1983)
Bild: Copyright Peter Sloterdijk
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