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Prof. Dr. Gerald Hüther

Gerald Hüther (Jahrgang 1951) gehört zu den renommiertesten Neurobiologen und Hirnforschern Deutschlands. Seine Forschungsschwerpunkte betreffen die Auswirkungen, die Angst, Stress, psychische Abhängigkeiten und Ernährung auf das Gehirn nehmen. Ein besonderes Ziel seiner Aktivitäten ist die Zusammenführung natur- und geisteswissenschaftlicher Ansätze und die Zurückgewinnung einer Einheit im Denken, Fühlen und Handeln des Menschen.

Hüther studiert Biologie in Leipzig und wird auch dort promoviert, anschließend arbeitet er 10 Jahre am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen an Hirnentwicklungsstörungen. 1988 habilitiert er sich am Fachbereich Medizin der Uni Göttingen und erhält die Venia Legendi für Neurobiologie.

Neben seiner Lehrtätigkeit publiziert er ca. 150 Originalarbeiten auf dem Gebiet der experimentellen Hirnforschung in internationalen Fachzeitschriften; weiterhin ist er Mitglied verschiedener Fachgesellschaften und Mitherausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften und Fachbücher.

Ihm ist sehr daran gelegen, Erkenntnisse aus dem Bereich der Hirnforschung einer breiten Öffentlichkeit durch Sachbücher, populärwissenschaftliche Artikel sowie Vorträge zugänglich zu machen.

Bei der interdisziplinär geführten Kontroverse um den freien Willen zeigt sich Hüther nicht als deterministischer Hardliner, weil für ihn entscheidend ist, wie wir das Hirn benutzen. Die Bedienungsanleitung dazu können wir seiner Meinung nach unser ganzes Leben lang umschreiben, da unser Gehirn mit einer erstaunlichen Anpassungsfähigkeit ausgestattet ist. Eine weitere seiner Thesen lautet: Das Gehirn ist nicht zum Lernen da, vielmehr ist das Gehirn ein Instrument, mit dem man Probleme löst. Somit ist das größte Problem für so ein Instrument die Abwesenheit von Problemen.

Hüthers Thesen sind einfach und einleuchtend, jedoch keineswegs banal. In seinen Vorträgen spricht er so, wie er schreibt: sehr anschaulich, immer verständlich, manchmal mit einem pastoralen Beiklang und immer mit griffigen Beispielen, z.B. für Erziehende: Wenn Eltern den Kindern zu verstehen geben, dass Schule anstrengend ist und keinen Spaß macht, dann wird sie anstrengend und macht keinen Spaß.

Ein katastrophaler Gehirnbedienungsfehler ist der Wunsch, perfekt sein zu wollen und alle Fehler zu vermeiden, denn: „Das Gehirn ist keine Maschine – es braucht Fehler um zu lernen“


Veröffentlichungen (Auszug)
Auf der Schatzsuche bei unseren Kindern (2006)
Computersüchtig (2006)
Brainwash – Elektronische Ressource (2006)
Wer strukturiert das menschliche Gehirn? (2006)
Lernen durch Kunst (2005)
Mode d’emploi pour un cerveau humain (2005)
Das Geheimnis der ersten neun Monate (2005)
Lernen (2004)
Kinder gezielt fördern (2004)
Die Macht der inneren Bilder (2004)
Neues vom Zappelphilipp (2002)
Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn (2001)
Das senotonerge System (2001)
Die Evolution der Liebe (1999)
Wie aus Stress Gefühle werden (1999)
Biologie der Angst (1997)
Amino acid availability and brain function in health and disease (1988)


Bild: Copyright Gerald Huether





 
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