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Muhammad Yunus
Bereits 1976 gründet Muhammad Yunus die Grameen Bank in Bangladesh. Das Institut vergibt zinsgünstige Kleinstkredite an Gewerbetreibende. Für sein Engagement gegen die Armut wird er im Dezember 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Dank eines Fulbright Stipendiums studiert Yunus (Jahrgang 1940) in den 1960er Jahren an der Vanderbilt University in den USA, promoviert in Volkswirtschaftslehre und übernimmt für drei Jahre eine Stelle als Assistant Professor an der Middle Tennessee State University.
1972 kehrt er als Professor der Universität Chittagong in seine Heimat zurück. Bei seinen Untersuchungen zu Ursachen der Armut kristallisiert sich eine eindeutige Erkenntnis heraus: Arme Menschen sind nicht unfähig, sich selbst zu helfen, sondern das System und die Institutionen geben ihnen keine Chance.
Mit der Grameen Bank bietet er Kleinstunternehmern Mikrokredite zu niedrigen Zinsen und ohne Sicherheiten an. Selbst mit Beträgen von unter 50 Dollar gelingt es vielen Kunden - vor allem Frauen - einen Gewinn zu erwirtschaften. Trotz vielfacher Warnungen aus dem etablierten Finanzgewerbe setzt sich die Idee durch: die Rückzahlungsquote liegt bei über 99% und inzwischen wurden ca. 3 Milliarden Euro an über sieben Millionen Kunden ausgeliehen. In über 60 Ländern gibt es schätzungsweise 10.000 vergleichbare Institute.
Seine Vision ist ein besseres System, in dem die Menschen sich in Würde und ohne Hunger frei entfalten können. Dabei spielt das selbständige Unternehmertum eine zentrale Rolle. In Zeiten der globalen Vernetzung brauche man keine großen Unternehmen mit abhängig Beschäftigten. Entsprechend klar fällt sein Fazit aus, was Entwicklungshilfe anbelangt: er ist strikt gegen einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer. Die von der internationalen Gemeinschaft bereit gestellten Mittel sollen vielmehr verantwortungsvoll eingesetzt und komplett zurückbezahlt werden.
Seit vielen Jahren berät er die Staatsregierung von Bangladesh. verliehen, Sein Engagement wird vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Welternährungspreis (1994), dem Planetary Consciousness Prize (1997), dem Seoul-Friedenspreis (2006), zudem mit Ehrendoktorwürden in der ganzen Welt.
Bild: Copyright Muhammad Yunus
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